Mit den MGZ AI Future Days hat das Mediengründerzentrum NRW das Jahr mit einem Format eröffnet, das genau dort ansetzt, wo die Branche gerade steht: zwischen Neugier, konkreten Anwendungsszenarien und der Frage, wie KI verantwortungsvoll und zielorientiert in den Arbeitsalltag integriert werden kann. Am 22. und 23. Januar 2026 kamen im Eye Got Space (Köln) Medienschaffende, Gründer:innen, Unternehmen, Alumni und Branchenvertreter:innen zusammen – für Masterclasses, Keynotes und Case Studies und vor allem für praxisnahe Learnings und jede Menge Austausch.
Day One: AI-Content Production – von Storyboards bis Produktionsrealität
In den Masterclasses zeigte Javier Amaya (Rapid Stories Ai) konkrete Workflows für KI-gestützte Kommunikation und Präsentationen u. a. mit Canva und Gamma: von Input über Templates bis zu Content-Import und kollaborativem Arbeiten. Zeyd Taha Candan (Storyboarder.ai) gab Einblicke in sein Tool Storyboarder.ai und zeigte, wie aus Ideen schnell Visual Storytelling entsteht, inklusive der Entwicklungsgeschichte vom Prototyp bis hin zum international genutzten Produkt.
In seiner Keynote berichtete Axel Berking (Banijay Media Germany) humorvoll und praxisnah über KI-Einsatz in Moodboards, Pitch-Trailern, Intros, Grafikelementen und zunehmend als SFX-Tool sowie der Realität rechtlicher Senderhürden. Martin Thiel & Maxim Diehl (Lieberlaut) ordneten KI-Filmproduktion ein und gaben Einblicke in AI-, 3D- und VFX-Pipelines. Anna Balthasar (Studio.absTime, MGZ Alumna) zeigte, wie KI in interaktiven, immersiven Experiences für Bildung, Markenkommunikation und im Live-Kontext eingesetzt werden kann.
Day Two: New Ways of Work – Workflows, Recht, Vertrauen und Open Source
In seinen Sessions knüpfte Javier Amaya (Rapid Stories Ai) an den Vortag an und setzte den Fokus auf Prompting und neue, zeitsparende und optimierte Arbeitsweisen. Björn Rohwer (we are era) zeigte, wie Custom GPTs in Unternehmen zum verbindenden Element werden können, besonders innerhalb und zwischen Abteilungen. Der Fokus lag auf Social Intelligence: Social-Media-Daten analysieren, Zielgruppen verstehen, Erfolgswerte auswerten und daraus ableiten, was funktioniert.
Renate Schmid (WBS.LEGAL) gab ein Update zu KI und Urheberrecht, u. a. zu der Bedeutung von Kennzeichnung und Transparenz. Felix Wolf (UFA SERIAL DRAMA) zeigte projektbasiert, wie KI in der Serienproduktion im Hinblick auf gleichbleibende Qualität und Quantität trotz sinkender Budgets eingesetzt wird.
Melanie Hölting-Eckert (AI.TONOMY) sprach über den ökologischen Footprint, über die „Invisible Work“ hinter guten Outputs und über die Verantwortung von Marken, KI-Einsatz nachvollziehbar zu erklären und transparent zu kommunizieren. Ihr Fazit: KI ist nicht die Idee, sondern ein Werkzeug – entscheidend ist, was am Ende bei Menschen hängen bleibt. Und genau deshalb wird „Proof of Human“ zum neuen Qualitäts- und Vertrauenssignal.
Mick Mahler & Cem Karayakas (Mickmumpitz / raum114) positionierten Open Source als Gegengewicht für Ownership, Anpassbarkeit und Datensouveränität und betonten die ethische Verantwortung angesichts von Deepfakes und Missbrauch. Zum Abschluss zeigten Max Schweder & Tobias Hartmann (CYLVESTER, MGZ Alumni 2025) mit ihrer interaktiven Installation „Wishing Well“, wie KI als künstlerischer Möglichkeitsraum neue Formen von digitaler Kunst und Publikumseinbindung eröffnet.
Ein großes Dankeschön an alle Speaker:innen und Teilnehmenden für zwei Tage, die Wissen, Praxis und Diskussion genau richtig zusammengebracht haben.
Die AI Future Days machen deutlich: KI ist längst Teil der Medienpraxis. Entscheidend sind klare Ziele, saubere Workflows, rechtliche Orientierung, Transparenz und eine bewusste Haltung.
