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Drei Tage voller Inspiration, Austausch und kreativer Perspektiven – das war die Seriencamp Conference 2025 in Köln. Rund 900 akkreditierte Branchenvertreter:innen kamen vom 3. bis 5. Juni im Cinenova und Herbrand’s zusammen, um über die Zukunft des seriellen Erzählens zu diskutieren. Mit Panels, Workshops, Case Studies und Pitchings war das Seriencamp erneut ein zentraler Treffpunkt für Kreative, Produzent:innen, Sender, Plattformen und Förderinstitutionen.

Wir freuen uns sehr, dass das Mediengründerzentrum NRW in diesem Jahr erstmals als offizieller Programmpartner mit zwei kuratierten Panels vertreten war – und bedanken uns herzlich für die Möglichkeit, Teil dieses richtungsweisenden Branchendialogs zu sein.

Vergangenheit mit Haltung: Unser Panel „Past Perfect – The Challenges of Historical Drama“

Wie können historische Stoffe heute so erzählt werden, dass sie nicht nur korrekt, sondern auch gesellschaftlich relevant, emotional berührend und wirtschaftlich tragfähig sind? Dieser Frage widmete sich unser Panel „Past Perfect – The Challenges of Historical Drama“, das am 4. Juni im Herbrand’s Bahnhaus stattfand.

Das große Publikumsinteresse zeigte: Historische Stoffe sind aktueller denn je – vorausgesetzt, sie werden aus neuen Perspektiven gedacht. Unsere Panelgäste zeigten eindrucksvoll, wie das gelingen kann:

Lotte Ruf (Goldstoff Filme, Köln), MGZ Alumna und Produzentin der mehrfach ausgezeichneten Serie „Haus Kummerveldt“, gab Einblicke in die Fortsetzung ihres feministischen Historienformats, das sich bewusst gegen tradierte Geschichtsbilder stellt – und Frauenfiguren in den Mittelpunkt rückt, die bisher in der Historiografie kaum stattgefunden haben.
Helen Lõhmus (Oreé Films, Estland) präsentierte mit „Von Fock“ ein Beispiel für eine erfolgreiche internationale Koproduktion (Estland, Lettland, Italien), die zeigt, wie europäische Geschichte über Grenzen hinweg erzählbar wird.
Malin Krüger, freie Produzentin, stellte ihr Projekt „Titaninnen“ vor – eine Serie über die preußischen Prinzessinnen Luise und Friederike.

Moderiert wurde das Gespräch von Drehbuchautor Christian Kaps, der als Host kluge Impulse setzte und die Diskussion mit seinem fundierten Hintergrundwissen bereicherte.


Crossover mit Zukunft: Unser Panel „Games & Series – IP Building is World Building“

Wie entsteht eine Erzählwelt, die plattformübergreifend funktioniert – und aus einer kreativen Idee eine starke Marke macht? Bei unserem zweiten Panel „Games & Series – IP Building is World Building am 5. Juni im Cinenova diskutierten unsere Gäste, wie IP-Entwicklung heute gedacht und umgesetzt werden muss, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen.

Im Fokus standen konkrete Projekte ebenso wie strukturelle Fragen: Wann beginnt sinnvolles Worldbuilding? Welche Formate und Plattformen müssen mitgedacht werden? Und wie bleibt man dabei nah an der Zielgruppe?

Tali Barde (Three Headed Monkey Films), MGZ Alumnus, arbeitet aktuell an dem narrativen Game „Ghost Haunting“ (VÖ 2026). ls Produzent und Game Director verbindet er filmische Dramaturgie mit spielerischer Interaktion – und setzt auf konsequentes Genredenken.
Madita Rutten (CINESNAX), MGZ Stipendiatin, bringt mit ihrer Produktionsfirma frischen Wind in die Entwicklung fiktionaler Stoffe. Sie nutzt Social Media als Entwicklungs- und Distributionskanal – und denkt Inhalte von Anfang an plattformübergreifend.
Eva-M. Mesken (Dully&Dax), MGZ Stipendiatin, arbeitet gemeinsam mit Sabine Dully an der Adaption ihrer preisgekrönten Kinderbuchreihe Jeppe & Oswald als Konsolenspiel. Sie entwickeln IPs, die in Büchern, Games und TV-Formaten gleichermaßen funktionieren – mit klarer Haltung, Humor und hohem Wiedererkennungswert.
Pierre Puget (BRAINS Narrative Studio) berät internationale Plattformen bei der Entwicklung medienübergreifender IPs – darunter ARTE und Ubisoft. Seine Arbeit verbindet strategisches Denken mit kreativem Tiefgang.
Samuel Jefferson (KRANK BERLIN / Apple+), Showrunner und Autor, entwickelt Serien mit internationaler Anschlussfähigkeit. Sein Fokus: nachhaltiges IP-Building, das Figuren, Themen und Welten langfristig trägt.

Durch das Gespräch führte Franziska Gärtner (bildundtonfabrik), die als erfahrene Akteurin im Bereich Acquisitions & Sales zentrale Trends und Herausforderungen treffsicher adressierte.

Zentrale Erkenntnis: IP-Building ist heute mehr als Transmedia. Es geht um Haltung, strategische Weitsicht und ein tiefes Verständnis für Zielgruppen. Die vorgestellten Projekte zeigten eindrucksvoll, wie Geschichten über Formate hinweg wachsen und zu starken Marken werden können.


Danke für drei inspirierende Tage

Unser herzlicher Dank gilt dem gesamten Team der Seriencamp Conference – insbesondere Gerhard Maier, Simone Schellmann und Malko Solf – für die exzellente Programmgestaltung, Organisation und die Einladung zur aktiven Mitgestaltung.

Ebenso danken wir unseren Partner:innen in NRW: dem Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes Nordrhein-Westfalen und Chef der Staatskanzlei, der Stadt Köln sowie der Film- und Medienstiftung NRW, die Formate wie dieses ermöglichen und damit innovative Medienmacher:innen gezielt fördern.

Wir blicken mit Freude zurück – und gespannt nach vorn!

Foto: Jenrick Mielke @Seriencamp Conference

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